auf dem weg doch nirgendwo
6 05 2008…eine Zigarette liegt flachgedrückt auf betonbedecktem boden und ihr rauch steigt stetig auf in die ungewissheit der nacht. zögerlich ziehen die passanten ihres weges und konzentrieren sich auf ihre schritte. schwermut macht sich breit. leicht flackern die lichter der autos, die um die ecken biegen, um nicht zu verweilen.
betrunken läuft es sich nicht so gut. man hält an der ecke an um sich seines weges zu vergewissern.
man spricht, doch die worte verhallen ungehört, musik übertönt die szenerie.
wo sonst sollte man entlanglaufen. sollte man verweilen? an diesem ort der düsternis? des verkehrs, des rasens, des rastens?
wozu bleiben, wenn man gehen kann - in die zukunft, in die welt, in die heile.
vernunft regiert das wesen, bis es ruht. träume bringen ordnung und bergen hoffnung, erzeugen angst, die mächtigt ist, doch mächtiger noch die macht, die sie bezwingt.
wo ich bin, da da bin ich, und bleibe ich, dann verharrt die welt, doch einmal springen die ketten auf und das wesen der dinge entflieht um wiederzukehren - zu mir. ich lebe und hoffe und träume und weine und scheine zu sein in dieser welt des scheins. das glück als illusion, als eigenständiger selbstläufer - erfindung, die sich selbst verwirklichen kann, aber nur wenn der nährboden vorhanden, die träume noch da. seien.
so gehe ich hin, zu suchen, den sinn, die wahrheit, das leid und die sehnsucht zu stillen, zu sein, wer ich bin. denn ich bin und will sein. allein und gemein-sam. sähen-sucht…. wir sind zwei, tag um tag einerlei, geht vorbei. ich mach frei, die gedanken, die mich umwanken, ich gehe den weg, den ich sehe, es gibt ihn noch nicht.
graue straßen, dunkle gestalten, irre anstalten, laute töne, ich verwöhne meinen körper und mein Ich, ich verstehe es nicht, doch glücklich bin ich.
glücklich zu sein. ganz allein. gemeinsam im jetzt und im hier, ohne bier, nur mit sekt, laufe ich weg, vor der sehnsucht des seins. es ist alles eins, irgendwann kommt der kürzeste weg dir am längsten vor, und dass, obschon du gehst und nicht stehst, du verstehst, ich muss gehen, es muss sein, ganz allein, wandere ich entlang, die straße, die unschön und lang, doch die man entlang wandern kann, hat man nur den mut und die zeit.
wie weit?
muss ich steh’n oder geh’n? halt ich an? bin ich dran? ist es zeit - soweit?